Die Bearbeitungsgebühr – ein Überblick über die Situation in Österreich

Obwohl sie in Deutschland schon abgeschafft wurde, ist die Bearbeitungsgebühr bei Krediten in Österreich bei so gut wie allen Kreditinstituten Standard. Nur beim Kontokorrentkredit gibt es manchmal Ausnahmen, ansonsten musst du eigentlich immer mit einer Art Bearbeitungsgebühr rechnen. Ob sie nun direkt als solche bezeichnet wird, oder die Banken von Bereitstellungsentgelt sprechen – die Gebühr ist Teil der Nebenkosten, die bei der Kreditaufnahme anfallen.

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Warum ist eine Bearbeitungsgebühr zu zahlen?

Die Banken verlangen eine Gebühr für den Arbeitsaufwand, den sie betreiben, um dir deinen Kredit bereitzustellen. Ob diese Bearbeitungsgebühr berechtigt ist oder nicht, ist schon seit Jahren ein strittiges Thema. Schon oft gab es in Österreich Versuche in Richtung Abschaffung. Momentan sieht es jedoch so aus, als ob sie bleiben würden.

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Wie hoch ist die Bearbeitungsgebühr?

Die Höhe der Bearbeitungsgebühr und die Art ihrer Berechnung müssen vorher klar und offen von deiner Bank kommuniziert werden. Manche Banken haben einen fixen Kostensatz, andere verlangen einen prozentualen Anteil deiner Kreditsumme. Bis zu einem gewissen Grad ist die Bearbeitungsgebühr auch verhandelbar. Dabei ist es wichtig, dass du im Laufe der Verhandlungen darauf achtest, dass auch dein effektiver Jahreszinssatz sinkt. Als Teil der Kaufnebenkosten ist die Bearbeitungsgebühr im effektiven Jahreszinssatz deiner Finanzierung schon mitberücksichtigt. Wenn du die Bearbeitungsgebühr zwar senken kannst, dadurch aber andere Nebenkosten höher werden, ist die Verhandlung kein großer Erfolg.


Was gilt es zu beachten?

Wenn du Kredite miteinander vergleichst, ist es wichtig, alle Faktoren mit einzubeziehen. Am aussagekräftigsten ist aber der effektive Jahreszinssatz. Dieser umfasst nämlich neben dem Normalzinssatz auch alle Nebenkosten deines Kredits, die im Vertrag aufgelistet sind. Deshalb ist der Jahreszinssatz immer höher. Generell sind Nebenkosten jedoch immer verhandelbar und somit auch der Jahreszinssatz nicht von Anfang an beschlossene Sache. Da es aber sehr viele Nebenkosten gibt, ist es nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Um dir dabei zu helfen, diesen zu bekommen, haben wir einen eigenen Beitrag zum Thema verfasst. Den findest du hier.


Wie und wann zahlt man die Bearbeitungsgebühr?

Die Zahlung der Bearbeitungsgebühr erledigst du durch eine Einmalzahlung, sobald dir der Kreditbeitrag von der Bank ausgezahlt wird. Das heißt, dass sie den tatsächlichen Kreditbetrag etwas verkleinert. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Gebühr über die Kreditlaufzeit hinweg abzubezahlen. In dem Fall erhöht sich dein Kreditbeitrag.

Solltest du deinen Kredit vorzeitig tilgen können, ist die Bank verpflichtet, dir auch die verbleibende Bearbeitungsgebühr rückzuerstatten. Das funktioniert recht unkompliziert, indem man die Bank schriftlich auf den eigenen Anspruch der Rückforderung hinweist. Dieses Recht gilt seit dem Jahr 2019.


Fazit

Egal ob wir sie fair finden oder nicht, die Bearbeitungsgebühr ist beid er Kreditaufnahme leider nicht zu umgehen. Jedoch bleibt dir immer die Möglichkeit, zu verhandeln. Damit deine Verhandlungen erfolgreich sind, musst du über alle Nebenkosten gut informiert sein und dir am besten vorher Tipps bei Expert*innen einholen.

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