Welche Kreditarten gibt es?

Ratenkredit, Dispositionskredit, Avalkredit, Fremdwährungskredit oder doch Bauspar- oder Immobiliendarlehen? Damit du im Dickicht der Kreditarten den Überblick behältst und entscheiden kannst, welcher Typ am besten zu deiner individuellen Situation passt, haben wir im folgenden Beitrag die wichtigsten Informationen zu den verfügbaren Kreditoptionen gesammelt.

Was ist eigentlich ein Kredit?

Unter einem Kredit versteht man allgemein das befristete Verleihen eines bestimmten Geldbetrags gegen einen Zins – ein Vorgang, an dem zumeist zwei Parteien beteiligt sind: Ein Kreditnehmer bzw. Schuldner und ein Kreditgeber bzw. Gläubiger. In beiden Fällen kann es sich sowohl um eine juristische als auch um eine natürliche Person handeln, wobei es üblicherweise Banken sind, die Kredite an Privatpersonen oder Unternehmen vergeben. Der zur Verfügung gestellte Betrag ist in einem zuvor vereinbarten Zeitraum zur Gänze zurückzuerstatten. In der Regel geschieht dies in monatlichen Raten.

Unterschiede bei Kreditarten.

Wir konzentrieren uns im Folgenden auf Kredite, die an Privatpersonen vergeben werden und sich insbesondere hinsichtlich ihrer Höhe, Laufzeit, Besicherung und Bereitstellung, hinsichtlich des*der jeweiligen Kreditgeber*in sowie des Verwendungszwecks unterscheiden lassen.

In Bezug auf die Höhe der Kreditsumme ist zunächst zu beachten, dass mit dieser auch die Höhe der Zinsen steigt. Des Weiteren können Kredite in diesem Aspekt wie folgt unterschieden werden:

  • Mikrokredite richten sich meist an Kreditnehmer*innen, die über eine geringe Bonität und/oder keinerlei Sicherheiten verfügen. Einzelpersonen können diese Kreditart in Österreich im Regelfall bis zu einem Betrag von 12 500 Euro beziehen, Personengesellschaften bis zu einer Summe von 25 000 Euro. 
  • Höchstens 10 000 Euro werden im Rahmen von Kleinkrediten vergeben. Diese werden häufig auch als Sofort- oder Minikredite bezeichnet.
  • Nicht exakt bestimmt ist hingegen der Kreditbetrag im Falle von Mittelkrediten. Der  Begriff verweist zumeist auf Kredite, deren Volumen zwischen jenem von Klein- und Millionenkrediten zu verorten ist.
  • Selbsterklärend ist schließlich die Bezeichnung Millionenkredit. Wenig überraschend   sind Kredite ab einem Betrag von einer Million Euro dieser Kategorie zuzuordnen.

Weitere Unterscheidungen bei Kreditarten.

Auch die Laufzeit nimmt üblicherweise mit der Höhe des Kreditbetrages zu. Unterschieden werden dabei:

  • Kurzfristige Kredite, die in einem Zeitraum von bis zu einem Jahr abzubezahlen sind
  • Mittelfristige Kredite, deren Laufzeit zwischen einem und vier Jahren beträgt
  • Langfristige Kredite mit einer Laufzeit von über vier Jahren

Ein weiteres Kriterium zur Differenzierung der unterschiedlichen Kreditarten stellt der*die Kreditgeber*in dar. Hierbei handelt es sich zumeist um Banken bzw. Bausparkassen, Versicherungen, Arbeitgeber*innen oder Lieferant*innen. Doch auch Privatpersonen und der Staat können als Kreditgeber*innen fungieren.

Im Hinblick auf die Besicherung gilt es, unbesicherte Blankokredite, teilbesicherte Kredite, die über einen Blankoanteil verfügen, sowie vollbesicherte Kredite zu differenzieren. Die teil- und vollbesicherten Varianten können mit mehreren Arten von Sicherheiten abgedeckt werden, beispielsweise durch

  • Real- oder Sachsicherung (Immobilien, Wertpapiere, Fahrzeuge etc.)
  • Personensicherheit bzw. personelle Besicherung (Bürgschaft)
  • Sicherheits- oder Forderungsabtretung, bei der die Rechte an einer Forderung von dem*der Schuldner*in an die Kreditgeber*in überschrieben werden
Kreditbetrag
320000
Laufzeit
35 Jahre
Monatliche Rate
ab
zB. Fixzins für 10 Jahre
ab 0,625 %
Monatliche Rate
ab
Zins
ab 0,25 %
*Repräsentatives Beispiel laut Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG)

Geldleihe und Kreditleihe

Darüber hinaus kann die Art, in der Kredite vergeben werden, ein Kriterium zu ihrer Unterscheidung bilden. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Begriffe Geld- und Kreditleihe auseinanderzuhalten: Im Falle der Geldleihe wird ein realer Betrag entweder als einzelne Summe (bei einem Ratenkredit) oder als Kreditlinie zum Abruf zur Verfügung gestellt (etwa bei einem Dispositionskredit). Bei einer Kreditleihe bildet die Auszahlung lediglich eine Option, wodurch es möglich wird, die Kreditwürdigkeit einer natürlichen oder juristischen Person als Sicherheit zu verwenden. Dies ist beispielsweise die Funktion einer Bürgschaft oder eines Avalkredits.

Kreditarten nach Verwendungszweck

Bezüglich des Verwendungszwecks kann eine Unterteilung in zweckgebundene Kredite und solche ohne Zweckbindung vorgenommen werden. Während Auto- und Betriebsmittelkredite sowie Immobilien- und Bauspardarlehen jeweils zu einem spezifischen Zweck vergeben werden, steht der Betrag eines Kredits ohne Zweckbindung dem*der Kreditnehmer*in zur freien Verfügung. Zu letzteren zählen Konsum-, Privat und Ratenkredite, die üblicherweise höhere Zinsen aufweisen als zweckgebundene Kredite, da sie im Gegensatz zu diesen nicht besichert sind.

Kreditarten für Privatpersonen

Ratenkredite verfügen in der Regel über eine Laufzeit von 12 bis 120 Monaten, das Kreditvolumen beträgt zwischen 1000 und – je nach Kreditinstitut – 50 000 bzw. 100 000 Euro, die Tilgung erfolgt mittels konstanter monatlicher Raten und es wird ein Fixzinssatz für die gesamte Laufzeit vereinbart. Da Ratenkredite häufig für die Anschaffung von Konsumgütern in Anspruch genommen werden, werden sie auch als Konsumkredite bezeichnet. Ein weiterer gängiger Begriff für diesen Typ ist der des Privatkredits.

Als Immobiliendarlehen werden Kredite bezeichnet, deren Verwendungszweck im Umbau, Ausbau, Neubau oder dem Kauf einer Immobilie besteht. Sie verfügen zumeist über eine Laufzeit von mehreren Jahren und weisen vergleichsweise niedrige Zinsen auf, da die Immobilie selbst als Besicherung fungieren kann. Synonyme Bezeichnungen sind Baufinanzierung, Real- und Hypothekarkredit.

Bausparer – oder Bausparvertrag

Anders als das Immobilien- wird das Bauspardarlehen vonseiten des Staates gefördert und verfügt deswegen über äußerst günstige Konditionen. Für den Erhalt eines solchen Darlehens ist der Abschluss eines Bausparvertrages obligatorisch, der einen bestimmten Zeitraum – üblicherweise sechs Jahre – festschreibt, in dem Geld angespart wird. Der*die Kreditnehmer*in verfügt nach Ablauf der fixierten Frist über die gesparte Summe, den Betrag des Darlehens sowie über die staatliche Prämie. Die Höhe des Darlehens beträgt dabei maximal 220 000 Euro. Die Wahl des Zinsmodells steht der Kreditnehmer*in hingegen frei, wobei variable Zinsen in diesem Fall über eine Beschränkung nach oben und unten verfügen, was zu einer hohen Planungssicherheit führt. Auch die Laufzeit kann individuell abgestimmt werden und sich auf bis zu 35 Jahre belaufen.

Wird ein Kredit in einer anderen Währung als dem Euro vergeben und werden auch die Zinsen in dieser Währung beglichen, so spricht man in der Eurozone von einem Fremdwährungskredit. Dieser birgt insofern ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko, als sich der entsprechende Wechselkurs zu Ungunsten der Kreditnehmer*in entwickeln kann. Dies kann insbesondere dann zu erheblichen Verlusten führen, wenn die Tilgung des Fremdwährungskredits in endfälliger Form erfolgt – was bedeutet, dass der gesamte Betrag am Ende der Laufzeit zurückzuerstatten ist. Während sich diese Kreditvariante besonders in den 90er-Jahren großer Beliebtheit erfreute, kommt es heute kaum noch zur Vergabe von Fremdwährungskrediten.

Kredit mit Überziehungsrahmen

Der Dispositionskredit, der auch als Kontokorrentkredit bezeichnet wird, ermöglicht die Überziehung eines Bankkontos innerhalb eines gewissen Rahmens. Da dabei jedoch äußerst hohe Zinsen anfallen, eignet sich diese Kreditvariante nur zur kurzfristigen Überbrückung. Populär ist sie dennoch, schließlich wird kein Kreditvertrag benötigt: Dispositionskredite sind lediglich an ein Girokonto gebunden, Raten und Zinsen werden durch die jeweiligen Eingänge beglichen.

Im Gegensatz zu den bisher diskutierten Kreditarten wird bei einem Avalkredit kein Kapital zur Verfügung gestellt. Vielmehr wird dem*der Kreditnehmer*in die Absicherung einer bestimmten Leistung garantiert, wofür diese*r eine Avalprovision entrichtet. Die Gesamtkosten fallen dabei zumeist geringer aus als bei herkömmlichen Krediten. Gängige Anwendungsbereiche auf dem privaten Sektor sind etwa der Hausbau oder die Miete von Immobilien.

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